Provenienzforschung zur Sammlung Kaiser-REKA

Da Paul Kaiser-Reka seine Sammlung hauptsächlich in den Zwischenkriegsjahren zusammenbrachte, stellt sich zuvorderst die Frage nach der Provenienz der Objekte: Befindet sich Kulturgut darunter, das während der nationalsozialistischen Herrschaft seinen Besitzern verfolgungsbedingt entzogen wurde? Um dieser Frage nachzugehen, wurde in den Jahren 2020 bis 2021 an der Forschungsstelle DIGITAL ORGANOLOGY am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig ein Provenienzforschungsvorhaben durchgeführt, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wurde.



Biographisches zur Familie Kaiser-Reka

Der 1881 in Brandenburg an der Havel geborene Paul Kaiser begann 1896 eine Musikantenlehre in der Musikkapelle in Ketzin, die er am 30. September 1900 abschloss. Bis 1905 war er als Militärmusiker in verschiedenen Regimentern der Preußischen Armee tätig. In den folgenden Jahren spielte er in verschiedenen Ensembles und Orchestern, bis er 1909 ein Inserat der Dirigentin Ludmilla Gericke wahrnahm und sich für eine Tournee durch Afrika verpflichtete. 

Als diese Tournee frühzeitig scheiterte, gründete er mit einigen der anderen Orchestermitgliedern eine kleine Kapelle und reiste durch Südafrika. Schon dort begann er Musikinstrumente zu sammeln und nach Brandenburg verschiffen zu lassen. Auf dieser Reise entwickelte er eine Bühnennummer, in der er als Solist eine Vielzahl von Instrumenten vorstellte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland um 1910 baute er diese Instrumentalnummer erfolgreich weiter aus, so dass sie seinen artistischen Erfolg begründete und fortan zu seinem Markenzeichen wurde. Gemeinsam mit seiner Verlobten Margarete Bolling, einer jungen Artistin, die unter dem Namen "Rolly-Polly" als Verwandlungssoubrette auftrat, siedelte Paul Kaiser im April 1913 nach London über, wo er eine Werkstatt für Instrumente einrichtete, die er neben seinen Engagements betrieb. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges kam Paul Kaiser 1915 in Großbritannien in zivile Internierung in den Lagern Handforth und Knockaloe auf der Isle of Man, wo er sich weiterhin musikalisch und artistisch betätigte und an seinen Bühnenprogrammen arbeitete.
Nachdem Paul Kaiser aus der Internierung zurückgekehrt war, bezog das Ehepaar eine Wohnung in Brandenburg an der Havel, in der Paul Kaiser ebenfalls eine Werkstatt für Instrumente einrichtete. 1930 wurde der Sohn Berol geboren, der nach einigen Umwegen in die Fußstapfen seines Vaters trat und sich ebenfalls mit dem Sammeln, Ausstellen, Tauschen und Verkaufen von Musikinstrumenten beschäftigte.

 

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Schädeltrommel MIMUL 3751


Sammlungsmotivation und Sammlungschronik

Nach ersten Auftritten als Musikclown und Aufenthalten in Südafrika und Großbritannien kehrte Paul Kaiser nach dem Ersten Weltkrieg an die Havel zurück. In Berlin kam er, der damals schon Instrumente für seine komischen Bühnenshows sammelte, in Kontakt mit Curt Sachs, der damals Sammlungsleiter an der Musikinstrumentensammlung der Staatlichen Hochschule für Musik war. Sachs besserte den mageren Etat seiner Sammlung durch die Ausleihe von Musikinstrumenten an die florierende Filmwirtschaft auf; Paul Kaiser wurde engagiert, diese Instrumente zu spielen. 

Diese Geschäftsidee scheint Paul Kaiser, der sich in einer wenig kaiserfreundlichen Zeit nun REKA nannte, zu einem Ausbau seiner Sammlungstätigkeit im Hinblick auf die Verwendbarkeit seiner Objekte als Film- und Theaterrequisiten inspiriert zu haben. 1923 beginnt er für die Triergon-Filmgesellschaft zu arbeiten, deren Tonfilmsystem sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Weil er dort mit seiner Instrumentensammlung kein weiteres Engagement mehr finden konnte, entwickelte er ein Varieté-Programm mit historischen Musikinstrumenten, mit welchem er in den Zwanziger und Dreißiger Jahren ganz Europa bereiste. 

Bereits in den 1920er Jahren bemüht sich Reka um den Verkauf von Teilen seiner Sammlung, etwa zwei Dutzend konnte er für seine musikalischen Programme verwenden, den Großteil tauschte und verkaufte er.

Eine neue berufliche Perspektive als Sammlungskurator eröffnete dem damals 58-Jährigen die leihweise Überlassung von 300 Objekten aus seiner Sammlung an die Stadt Bonn im Jahr 1938. Da dieses gemeinsam mit dem Geigenbauer Adolf Paulus geplante Projekt nicht zustande kam, sprang 1942 die Stadt Köln als Käufer ein und erwarb von Paul Kaiser-Reka 300 Instrumente, von denen heute 222 erhalten sind. Die weiter wachsende Musikinstrumentensammlung war für das Ehepaar Kaiser im Alter eine wesentliche Einnahmequelle und wurde zwischen 1952 und 1954 in mehreren Teillieferungen an das Stadtmuseum Brandenburg verkauft. 1954 hat die Stadt Brandenburg fünfzehn Lieferungen erhalten und 104 Exponate für rund 33.000 Mark gekauft. Diese 104 Exponate erhielt das Musikinstrumentenmuseum der Karl-Marx-Universität in Leipzig im Juli 1960 kostenlos, hinzu kamen weitere 155 Instrumente aus dem Besitz Paul Kaiser-Rekas zum Preis von 13.800 Mark.

Mit den etwa 30 im Privatbesitz der Familie verbliebenen und 50 während seiner Tätigkeit im Instrumentenfachhandel erworbenen Instrumenten eröffnete Berol Kaiser-Reka 1967 im Steintorturm in Brandenburg/Havel ein kleines Museum. 

Da die immer größer werdende Sammlung dort wenig Besucher anlockte, zog sie 1970 – nun 200 Objekte umfassend – nach Potsdam Sanssouci, wo sie im Neuen Palais gezeigt wurde. Zunächst konnte Berol in Sanssouci eigenständig Eintrittsgelder für die Sammlung erheben, dann wurde er vorübergehend als Kurator eingestellt. 

Nicht zuletzt auf Betreiben des Musikinstrumenten-Museums in Leipzig im Rat für Museumswesen in der DDR wurde die Sammlung 1974 nach Frankfurt/Oder überführt, wo die 252 Objekte umfassende Kollektion 1975 durch Verkauf verstaatlicht wurde. In Verbindung mit der Leitung der Sammlung wurden Berol Kaiser-Reka auch die Aufgaben der Erhaltung, Pflege und Erweiterung übertragen.

Zuletzt wurden Instrumente aus dem Besitz der Familie Kaiser-Reka bei einer Sonderausstellung im Frey-Haus-Museum in Brandenburg/Havel 1994 und im Artistenmuseum in Klosterfelde 1997 gezeigt.

Einen Überblick aller Institutionen, die Objekte der Sammlung Reka beheimateten, findet sich im musiXplora unter folgendem Link: https://musixplora.de/casae/search/?subset=reka


Ein Blick muss den Wanderungen der Objekte zwischen den Sammlungsteilen gelten. Objekte, die zunächst nach Bonn transportiert wurden, kamen über das Brandenburgische Heimatmuseum 1960 nach Leipzig (z.B. MIMUL 3740). Objekte, die sich einmal im Heimatmuseum Brandenburg befanden und eigentlich hätten nach Leipzig geliefert werden sollen, sind heute im Museum Viadrina in Frankfurt. 

Die Forschungsergebnisse des Reka-Projekts sind für die Provenienzforschung zu weiteren Objekten aus dem Besitz der Familie Kaiser-Reka in Sammlungen in Köln und Frankfurt/Oder essentiell und erhellen ferner Konstellationen und Beziehungen einer in der Zwischenkriegszeit agierenden Sammlergeneration.

 

Dokumentation im REKA-Projekt

Zur Klärung der Provenienz von 256 Objekten dokumentiert das Projekt zunächst Inventarlisten und Übergabelisten, wobei jeder MIMUL-Inventar-Nummer sowohl die ursprünglich von Reka vergebene Nummer als auch die Inventar-Nummer des Heimatmuseums Brandenburg zugeordnet wurde. 104 Objekte konnten dem Heimatmuseum Brandenburg zugeordnet werden. Bei zweien (MIMUL 3565, 3535) ist es fraglich, ob Paul Kaiser-Reka der Vorbesitzer ist.

In einem nächsten Schritt wurden jene Instrumente identifiziert, die Paul Kaiser-Reka selbst hergestellt hat und deren Provenienz daher nicht fraglich ist. Im musiXplora sind zur Zeit 20 Objekte als von Paul Kaiser-Reka selbst hergestellt gelistet. Ein Objekt (MIMUL 3657) wurde von Berol Kaiser-Reka angefertigt. In diese Übersichten werden auch künftige neue Forschungsergebnisse – automatisch und persistent – eingepflegt. 

Ferner dokumentiert das REKA-Projekt die von der Familie Kaiser-Reka genutzten Netzwerke von Herstellern, Händlern und Vorbesitzern anhand von Rechnungen, Vorbesitzersignaturen, Erwerbsunterlagen, Lieferscheinen, Reparaturbelegen, Briefen und Mitteilungen. Weitere Quellen für die Provenienzrecherche sind die im Stadtarchiv Brandenburg/Havel erhaltenen Dokumente mit Rechnungen und Briefwechsel mit Bezug zur Sammeltätigkeit und dem artistischen Wirken von Paul Kaiser-Reka. Diese beziehen sich auf den Erwerb, Transport, Gebrauch oder die Reparatur von Instrumenten. Es ist allerdings in den wenigsten Fällen möglich, diese Rechnungen einem bestimmten Instrument zuzuordnen.

Die kleingliedrige, langwierige, aufwändige und sorgfältige Rekonstruktion der in den Archiv-Dokumenten zu Tage tretenden Netzwerke wird mit Mitteln der Digital Humanities erst möglich und durch an der Forschungsstelle entwickelte Werkzeuge des Distant Reading erleichtert. So bietet der musiXplora, das Forschungsdatenrepositorium der Forschungsstelle DIGITAL ORGANOLOGY, verschiedene Übersichten und Visualisierungen für den Transfer der gewonnenen Forschungsdaten.

Die Personen-Seite zu Paul Kaiser-Reka beispielsweise bietet Information zu seinen biographischen Daten, eine Landkarte mit Geburts-, Sterbe- und Wirkungsorten und eine Visualisierung seines Netzwerks. Unter „Ereignisse“ und „Objekte“ sind jene Objekte dokumentiert, die Paul Kaiser-Reka selbst herstellte. Ferner sind Institutionen aufgelistet, zu denen Paul Kaiser-Reka Kontakte pflegte, und Literatur, die sich mit Paul Kaiser-Reka und den Objekten seiner Sammlung befasst. Im unteren Bereich der Seite sind Internet-Quellen verlinkt, die biographische und bibliographische Auskünfte zu Paul Kaiser-Reka bereitstellen. 

Im Vergleich dazu bietet die Seite zu Berol und Paul Kaiser-Reka einen Überblick über den Wirkungshorizont der Familie Kaiser: Eine Zeitleiste visualisiert die Lebensdaten von Vater und Sohn sowie deren berufliches und familiäres Netzwerk. Die Tortendiagramme veranschaulichen u. a. ihre musikalischen bzw. nichtmusikalischen Tätigkeiten oder die Träger bzw. Sparten, in denen sie tätig waren. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass Berol weit weniger gereist ist als sein Vater und sein berufliches Betätigungsfeld auch außerhalb der Musikbranche suchte. 

Die Visualisierung des Wirkungskreises der Sammlung Reka bietet einen Überblick aller Personen, die wir diesem Projekt zuordnen. Zeitleiste und Landkarte ermöglichen eine rasche zeitliche und räumliche Einordnung, Netzwerkdiagramme erhellen Konstellationen und Beziehungen einer in der Zwischenkriegszeit agierenden Sammlergeneration und Tortendiagramme ermöglichen einen Überblick über Geschlecht, berufliche Tätigkeiten, Träger und Sparten, zeitgenössischen Angaben und Konfessionen dieses Personenkreises.

 

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Schofar MIMUL 3566


Objekte der Sammlung REKA im musiXplora

Im Überblick der Sammlungsobjekte ist zu erkennen, dass ein Großteil der Instrumente aus der Sammlung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angefertigt wurde und der Anteil an Instrumenten aus dem 18. Jahrhundert recht gering ist. Ein Blick auf die Karte der Herstellungsorte zeigt, dass eine Vielzahl an Instrumenten in Mitteleuropa hergestellt wurden, ferner befinden sich in der Sammlung Instrumente aus Afrika, Ägypten, Russland, Asien, China und Indonesien. Die Tortendiagramme zeigen, dass es sich um eine recht heterogene Sammlung handelt, es gibt zahlreiche Holzblasinstrumente wie Klarinetten, Flöten, Blockflöten, außerdem Trompeten, Hörner, Fagotte, Gitarren, Mandolinen, Geigen und Kontrabässe. Wie eine Aufschlüsselung der unter dem Begriff „Sonstiges“ zusammengefassten Objekte verdeutlicht, sind zahlreiche Musikinstrumente mit einem einzigen Exemplar in der Sammlung repräsentiert. Es wurde also eher in der Breite gesammelt, weniger in die Tiefe. 

 

Fallbeispiel

Für das Bühnenprogramm des Sammlers Paul Kaiser-Reka waren offensichtlich Kuriositäten von besonderem Interesse. Ein solcher Hingucker ist zweifellos das Kontrabass-Saxophon (MIMUL 3608). Berol Kaiser-Reka schreibt dazu: „Dieses Kontrabass-Saxophon konnte Paul Kaiser-Reka noch 1945 in Dresden erwerben.“ Nun hat sich im Stadtarchiv Brandenburg ein Schreiben von Friedrich Ernst, damals Restaurator am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig, an Paul Kaiser-Reka vom 18. November 1942 erhalten. Man tauscht sich offenbar über Musikinstrumente aus, denn Ernst schreibt: „(…) ich habe den Brief und auch die Zeitungsnotiz über Ihr grosses Saxophon mit Ihrem eigenen Bild auf der Postkarte meinem Professor gezeigt, was dieser ebenfalls sehr beachtlich fand.“ (Foto im Stadtarchiv Brandeburg)

Die erhaltenen Rechnungen des Dresdener Musikhauses Otto Friebel deuten ebenfalls darauf hin, dass Kaiser-Reka dieses Instrument schon früher als 1945 erwarb. Es haben sich einige Notizen Rekas im Brandenburger Archiv erhalten, auf den Rechnungen Friebels notierte er offenbar gleich nach seinem Einkauf bei Otto Friebel, was ihn noch interessierte oder was er sich vornahm zu erwerben: „gr. Riesen-Saxophon“ schrieb Kaiser-Reka auf die Rückseite einer Quittung vom 17.9.1941 Otto Friebels. Es ist wahrscheinlich, aber nicht eindeutig nachweisbar, dass sich die im Brandenburger Archiv erhaltene Rechnung vom 18.Oktober 1941 Otto Friebels auf dieses Kontrabass-Saxophon bezieht („Auf Ihr Schreiben vom 10. ds. teilen wir mit, daß wir Ihnen aussnahmsweise [sic!] das Saxophon für RM 350.- abgeben.“)

 

Erwerb der Sammlung durch das Musikinstrumentenmuseum der Karl-Marx-Universität

Das Interesse des Forschungsprojekts gilt auch den Umständen der Erwerbung, die von Heinrich Besseler, dem damaligen Direktor des Musikinstrumentenmuseums über die Regierungsebene der DDR in Gang gebracht wurdeEs gilt die Übergabe von Musikinstrumenten sowohl aus dem Heimatmuseum der Stadt Brandenburg als auch aus dem Privatbesitz der Familie Kaiser-Reka im Format einer angeordneten Umsetzung in die DDR-Sammlung am Musikinstrumentenmuseum der Karl-Marx-Universität zu rekonstruieren und zu dokumentieren, die am 29. Juli 1960 verwaltungstechnisch vollzogen wurde. Es wurde im Verlauf des Projekts deutlich, dass es sich um einen komplexen Vorgang handelt, der zwar unter diesem Datum abgelegt ist, sich jedoch mindestens über den Zeitraum von 1959 bis 1971 erstreckte. Im musiXplora werden einzelne Facetten dieses Prozesses abgebildet und dokumentiert: https://musixplora.de/mxp/6003116

Ferner sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich Kaiser-Reka eine höhere Kaufsumme (20.000,- DM) erhofft hatte und aufgrund des niedrigeren Angebots des Musikinstrumentenmuseums (13.800,- DM) zumindest eine Violine aus dem Vorbesitz der Familie Ries (heute Museum Viadrina, Frankfurt/Oder, Inv.-Nr. V/J 95) aus dem Konvolut entfernte.

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Trompete MIMUL 3591


Widersprüche

Die Angaben zum Umfang der Sammlung und zu den Erwerbsdaten sind durchaus widersprüchlich. Im Stadtarchiv Brandenburg hat sich ein Dokument aus der Hand Paul Kaiser-Rekas vom Juli 1960 erhalten, in welchem er festhält:

“III. möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß meine II. Instrumentensammlung (300 Stücke), welche meine Vaterstadt Brandenburg 1951 gekauft hatte, nunmehr von der Karl Marx Universität in Leipzig als Reka Sammlung übernommen ist. Meine I. Sammlung, (600 Nr.) welche urspr. leihweise in Bonn, 1936 käuflich als Reka Sammlung von der Stadt Köln übernommen wurde, kann leider der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden, da, wie mir mitgeteilt wurde, die Stadt zur Einrichtung eines Museums keine Mittel hat.“

Unseren Recherchen zufolge umfasste die erste Sammlung Reka 300 Objekte und wurde 1942 von der Stadt Köln erworben.

Branden (Berol Kaiser-Reka) datiert das Foto der Jazz-Band-Parodie seines Vaters auf das Jahr 1918. Das dort abgebildete vereinfachte Sopransaxophon „Saxie“ von Couesnon & Cie., Paris, wurde allerdings erst 1924 patentiert.

 

Provenienz

3643: Das Instrument (Banjo) ist nicht französischer Herkunft, sondern von Reka selbst gebaut.

3669: Das von Reka selbst als „selten“ und „Unikum“ bezeichnete „Duolon“ ist ein Eigenbau.

3607: Das Instrument (Saxophon) trägt eine Händlersignatur.

3566: Es wird zurzeit geprüft, ob es sich bei diesem Shofar um einen Eigenbau handelt.

3655: Die Tromba Marina kam vermutlich 1923 durch Tausch mit Curt Sachs aus dem Berliner Musikinstrumentenmuseum in den Besitz Rekas.

3704: Tafelklavier Edelmann, Straßburg 1786, Vorbesitz: Kurt Kleint, Antiquariat, Buch- und Kunsthändler, Luxemburg, gekauft für 100 RM am 29. März 1941. Das Klavier wurde nach Bonn transportiert und sollte vermutlich in die dort geplante Sammlung.

Ein Briefwechsel mit Ulrich Rück ist in den Jahren zwischen 1941 und 1962 nachzuweisen. Rück und Reka tauschten Instrumente und Fotografien aus. Bei Rück kaufte Reka beispielsweise am 29.7.1941 eine Gambe aus der Berliner Sammlung Leibbrand

Weitere Reparaturen und Ankäufe Rekas bei verschiedenen Händlern sind mit Rechnungen belegt, können aber bei der derzeitigen Quellenlage keinem Instrument in unserer Sammlung sicher zugeordnet werden.


Offene Fragen

Tausch von Objekten

Nach dem  Erwerb der Sammlung 1960 tauschte Berol Kaiser-Reka Objekte mit dem Musikinstrumentenmuseum.

3612:  Inventarband 1958: Alptrompete [durchgestrichen] Fagott von Huitl (Graslitz) um 1780 (ausgetauscht mit Reka jun. Feb. 69)"

Der Verbleib des Alphorns ("Alptrompete") ist unbekannt. Beide Objekte wurden mit derselben Inventarnummer versehen.

3699: Das Positiv wurde laut Aktennotiz von Prof. Schrammek 1983 gegen ein Tafelklavier (Edelmann/1786, Inv.-Nr. 3704), ebenfalls aus der Sammlung Reka, zurückgetauscht. Dieser Vorgang konnte nicht geklärt werden, da sich das Tafelklavier von Edelmann seit 1960 im Musikinstrumentenmuseum befindet. Berol Kaiser-Reka erwirbt im Oktober 1968 ein Hammerklavier in Marienberg. Dieser Hammerflügel ist aus dem Jahr 1785 (2,22 m lang, 1,02 m breit). Branden schreibt: „Durch den Ankauf des Hammerflügels ist ein schwer wieder spielbar zu machendes Hammerklavier unnötig geworden. Dieses bot Berol dem Musikinstrumenten-Museum in Leipzig an, um im Tausch aus der väterlichen Sammlung das Alphorn und den irischen Dudelsack zurückzuholen […] Die Herren in Leipzig […] gaben noch ein halbfertiges Orgelpositiv, eine Hausorgel (aus der Sammlung seines Vaters) dazu, das Hans Reimann [in Brandenburg/Havel] schon vor dem Kriege zu bauen begonnen, doch nie beendet hatte. So ganz ohne Gehäuse und wie ein gerupftes Huhn aussehend, stand es bei dem Organisten Hans Schuricht in Taucha, der die Hausorgel für Berols Sammlung vollenden wollte." Dieser Vorgang scheint um 1970 erfolgt zu sein, die Dokumentation erst 1983.

 

Das Museum tauschte Objekte aus dem Vorbesitz von Paul Kaiser-Reka.

3661Inventarband 1958: "3661 Kindergeige (wertlos) 16.7.84 getauscht mit Wertausgleich gegen Nr. 4716 (angerechnet Wert 25,- M) Henkel"

Der Verbleib der Kindergeige ist seit 1984 unbekannt.

4716Inventarband 1980: "16.7.84 4716 frühes 19. Jh., unsign., vermutl. Vogtland Violine Berol Kaiser-Reka 1200 Frankfurt/O., Clara-Zetkin-Ring 575.- M getauscht mit Wertausgleich gegen Nr. 3661 (Kindergeige 25.- M) Schröder“.

 

Spätere Erwerbungen aus dem Besitz der Familie Kaiser-Reka

4044: „Tafelklavier, um 1800 gek. v. B. Kaiser-Reka, in Brandenburg, Tonkünstler, 18.11.70 800,- " Dieser Eintrag im Inventarbuch könnte sich auf den unter 3699 beschriebenen Tausch beziehen.

4050: „Violine v. Christ. Gottfr. Hamm, Markneukirchen gek. von Reka, Friedenstr. 10 Brandenburg, 1.5.71 1000,- "


Die Objektkarrieren im Überblick

Eine fortlaufend aktualisierte Übersicht der Objektkarrieren in der REKA-Sammlung wird im musiXplora vorgehalten:

https://musixplora.de/mxp/2003571

Ebenso die vollständige Übersicht der REKA-Sammlung in ihren verschiedenen Konvoluten und an wechselnden Standorten:

https://musixplora.de/mxp/3080006

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Mit Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste
© 2022 Forschungsstelle DIGITAL ORGANOLOGY am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig