Klarinettenausstellung

Ausstellungseröffnung und Symposium
am 10. und 11. Juni 2021

 

 
LOST AND FOUND – Die Klarinetten des Fürsten
 
Über ein halbes Jahrhundert lang waren sie verschollen, die Klarinetten des Fürsten Günther von Schwarzburg-Sondershausen, dabei sind sie kostbare Zeugen einer musikalischen Blüte, die den Sondershäuser Hof zu Beginn des 19. Jahrhunderts weit über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt machte.
 
1801 hatte Günther eine Harmoniemusik gegründet, für deren Leitung er den jungen Klarinettisten Simon Hermstedt engagierte, der sich rasch als Supertalent herausstellte. Der musikbegeisterte Fürst nahm alsbald nicht nur Unterricht bei Hermstedt, er schickte ihn sogar nach Gotha zu Louis Spohr: mit einem üppig dotierten Kompositionsauftrag für ein Klarinettenkonzert in der Tasche. So gelang mit Spohrs bedeutendem c-Moll-Konzert die Initialzündung für die Solistenkarriere Hermstedts. 
 
Weil Spohr in der berühmt gewordenen Vorrede zu diesem Konzert von 'Unausführbarem' und 'Verbesserungen' an Hermstedts Klarinette schreibt, galt dem Instrument das besondere Interesse der Musikforschung. Fürst Günther hatte zwei Klarinetten bauen lassen: eine für Hermstedt und die andere für den eigenen Gebrauch.
 
Die Klarinette des Fürsten hatte sich lang im Jagdschloss 'Zum Possen' erhalten, ehe sie im Zweiten Weltkrieg aus Sondershausen verschwand, während vom Instrument Hermstedts lange Zeit gar nichts bekannt war. Was für eine Sensation, als nun sowohl die Klarinette des Fürsten als auch jene Hermstedts wieder aufgefunden wurden!
 
Den Klarinetten des Fürsten ist eine Sonderausstellung und ein Symposium im Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig gewidmet. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Forschungsstelle DIGITAL ORGANOLOGY erstmals eine virtuelle Ausstellung konzipiert. 
 
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG (digital)
Donnerstag, 10. Juni 2021, 17 Uhr
Für Ihren Besuch nutzen Sie bitte folgenden Link
 
SYMPOSIUM (digital)
Freitag, 11. Juni 2021, 10–17 Uhr
Für Ihren Besuch nutzen Sie bitte folgenden Link
 
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
 
Beiträge zum Symposium u.a. von:
Lorenz Adamer, Universität Tübingen, Johann Simon Hermstedt im Pressespiegel seiner Zeit – „[...] sein ganzes inneres Leben in sein Clarinet“

Thomas Emmanuel Carroll, Boston, Massachusetts, USA, Historical Instruments and Replica Models – Recapturing the 18th and 19th Century Sounds of the Clarinet 

David GascheKunstuniversität Graz, Österreich, Pannonische Forschungsstelle / International Center for Wind Music Research, Johann Simon Hermstedt und die Tradition der Harmoniemusik

Stefan Harg, Stockholm, Schweden, The Clarinetist Bernhard Henric Crusell

Jenny Maclay, Brabdon University, Kanada, Spohr’s Clarinet Concerti: Paving the Way to New Heights

Emanuele Marconi, Le Musée des instruments à vent, La Couture-Boussey, Frankreich, Clarinet making in the early 19th century in La Couture-Boussey – An overview of technical, economical and sociological aspects

Albert R. Rice, Claremont, California, Two Important Clarinet Innovators – Jacques Simiot and Johann Streitwolf



Image
© 2021 Forschungsstelle DIGITAL ORGANOLOGY am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig